TÜRKÇE / DEUTSCH

Internat Mädchen wollten ihre eigene Farbe!
Was für ein System gab es in der Türkei? War es eine demokratische Republik? Das türkische System wurde in der Vergangenheit “säkular“ genannt. Dann kam AKP zur Macht und begann “politische Islamisierung“. Sowohl früher und heute diese Republik war/ist wie in einer Kaserne! Also, wie kam die AKP in diesem Fall an die Macht? All die Antworten auf diese Fragen finden wir in einem Mädcheninternat! Wie dann?

Die Protagonistin des Romans ist Nurdem. Sie ist ein junges Mädchen, das mit der Mittelschule erst fertig geworden ist. Ihre Familie ist sehr arm. Mit dem Älterwerden wird die Armut immer mehr zum Problem für Nurdem. Eine ihrer Ängste ist es, dass ihre Familie ihrer Studium nicht bis zum Abschluss finanzieren wird. Auch mit der Autorität des Vaters kann sie sich nicht abfinden und fürchtet sich davor, verheiratet zu werden.

Da sie es unter diesem Druck nicht aushält, beschließt Nurdem ins Internat zu gehen. Obwohl es bis dahin nie ihr Wunsch war, beschließt sie, um aus der häuslichen Enge zu entkommen, die Aufnahmsprüfungen für eine Krankenschwesternschule mit Internat zu machen, welche sie besteht. Obwohl Nurdem die Prüfung besteht, hat sie noch immer ein Problem. Ihr Vater ist nicht informiert darüber. Wie zu erwarten war, ist der Vater dagegen. Auch die Mutter ist nicht wirklich einverstanden mit Nurdems Ausbildung in einem Internat, aber sie hat Verständnis dafür. Sie bezieht aber keine klare Position. Alles was sie möchte ist, Nurdem vor dem Vater zu schützen.

Nurdem bleibt nur die Unterstützung von ihrer älteren Schwester Esra, die aber beim Vater auch kein gutes Image hat, da sie vor Jahren ohne das Einverständnis des Vaters geheiratet hatte. Auch deswegen ist der Vater gegen das Internat, da er befürchtet, dass seine jüngere Tochter der Älteren folgen wird. In dieser turbulenten Zeit kommt Kenan, ein alter Freund von Esra und ihrem Mann Nedim, zurück aus Istanbul. Kenan beginnt bei einer Wochenzeitung an und bietet seine Hilfe für Nurdem an. In ihrer Jugend nahm Esra immer die kleine Nurdem mit zur politischen Veranstaltungen mit, die sie mit Kenan und Nedim besuchte. Auch Kenan hatte sich um Nurdem gekümmert, als dieses ein kleines Mädchen war.

Im Internat

Trotz aller Schwierigkeiten wird Nurdem in der Schwesternschule mit Internat angemeldet. An einem Montag beginnt die Schule. Nachdem sie sich den Klassenraum ansieht, bezieht Nurdem ihr Zimmer und packt ihre Sachen aus. Die einzige Bekannte an der Schule für Nurdem ist Alev, ein Mädchen, das sie bei der Anmeldung kennen gelernt hat.

Am ersten Schultag lernen sich die LehrerInnen und Schülerinnen kennen. Nurdem beschleicht ein Gefühl, dass sie sich schwer tun wird, neue Freundinnen zu finden. Als auch noch Alev nach der ersten Woche die Schule verlässt, ist Nurdem ganz allein. Ein neuer Schuldirektor wird an die Schule geschickt, der in seinem Vorstellungsgespräch mit den Schülerinnen eines betont. Eine gute Ausbildung geht nur mit gutem Benehmen Hand in Hand. Diesen Spruch machte Nurdem Angst. War in der Schule eine größere Autorität als zu Hause?

Nurdem macht sich nicht nur über den neuen Direktor Gedanken, der wie ihr Vater klingt, auch die älteren Semester sind Respektpersonen.

Das Leben geht weiter

Außerhalb des Internats geht das Leben seinen gewohnten Lauf. Esra geht jede Woche ihren Mann im Gefängnis besuchen. Mit Kenan trifft sie sich öfters. An den Wochenenden besucht Nurdem die Schwester und die Eltern. Das erste Jahr geht für Nurdem und ihre KollegInnen problemlos aber doch recht langweilig vorbei. Mit dem neuen Direktor gibt es gegen aller Erwartungen keine Probleme.

Zweites Jahr

Im zweiten Schuljahr hat Nurdem schon eine Vertraute gefunden. Es ist Mine, mit der sie ihre Sorgen teilt. Mine ist, im Gegensatz zu Nurdem, ein sehr selbstbewusstes Mädchen und färbt mit ihrer Offenheit auch auf Nurdem ab Zu einem großen Problem entwickelte sich, dass scheinbar alle LehrerInnen sich die Religionsvermittlung zur Aufgabe gemacht hätten. So auch der Englischlehrer.

Verbotene Bücher

Eine Schülerin namens Birgül wird im Schulgarten mit einem verbotenen Buch erwischt. Der Direktor erniedrigt Birgül vor ihren engen Freundinnen mit den Worten: „Sie ist eine Kurdin und eine Atheistin!", welche immer wieder von den älteren Semestern im Speisesaal zusammengeschlagen wird. Nurdem und ihre Freundinnen stehen zur Birgül und wollen ihr helfen. Im zweiten Semester des zweiten Schuljahres, beschließt der Direktor, Birgül an eine andere Schule zu verweisen.

Auch außerhalb der Schule gibt es Probleme. Am Taksimplatz in Istanbul beteiligt sich Kenan, der Journalist an der Protestveranstaltung wegen dem "16. März SchülerInnen Massakers" und wird verwundet und ins Spital gebracht. Nurdem beschließt aus der Schule zu fliehen damit sie Kenan betreuen kann. Sie kommt zu spät, da Kenan schon entlassen und zum Militärdienst eingezogen wird, da er ein Desarteur war.

Ein Selbstmord!

Die Monate vergehen zwischen Laizismus und Religion vorbei. Ayla, eine Schülerin, ist hin und her gerissen. Die Ausweglosigkeit treibt sie zum Selbstmord, sie springt aus dem Fenster. Während der Direktor auf die Untersuchungskommission wartet, ist er sehr nervös und aufgebracht. Alle, die mit der Schulleitung keine Probleme haben, werden aus dem Zimmer Nr 68, dem Zimmer von Nurdem entfernt. Übrig bleiben die, die als Atheist und aufmüpfig gelten. Von dem Zeitpunkt aus wird das Zimmer nur noch mehr, das Zimmer der „Gottlosen" genannt.

Nurdem in der Zeitung

Nurdem und ihre Gruppe beschließen, die Öffentlichkeit über die Vorfälle in der Schule zu informieren. An einem Wochenende sprechen sie mit einem Journalist, der die jungen Schülerinnen ernst nimmt und ihren Bericht veröffentlicht. Da er ohne Bilder die Nachricht nicht bringen möchte, werden Nurdem und Mine fotografiert. Die Schwester von Mine soll die Zeitung verfolgen und berichten, falls der Artikel über die Schule kommt.

Nurdem verbringt schöne Ferien und kehrt glücklich zurück zur Schule. Nach Aylas Selbstmord sind auch im dritten Schuljahr alle vorsichtig. Sogar die älteren Semester. Die Ruhe hält bis zum ersten Wochenende. Denn da wird die Nachricht veröffentlicht. Der Direktor ladet einen anderen Journalisten ein, um von den gleichen Schülerinnen, nämlich von Nurdem und Mine, Gegenaussagen machen zu lassen. Diese aber lassen sich nicht darauf ein. Vor dem Journalisten schweigen sie nur. Daraufhin werden sie in andere Schulen in anderen Städten, entfernt voneinander, geschickt.

Die neue Schule

Die Leitung der neuen Schule ist eine laizistisch denkende, strenge Frau, die die Schule wie ein Heer führt. So ist es kein Wunder, dass Nurdem in den ersten Monaten immer wieder Ärger mit ihr hat. Auch ihre Noten sind nicht die besten.

Eines Tages erfährt Nurdem, dass eine Mitschülerin von einem Lehrer sexuell belästigt wird und ratet ihr, dass sie es melden soll. Aber das Opfer und auch andere Schülerinnen trauen sich nicht, den Vorfall zu melden. Der gleiche Lehrer, der eine der Schülerinnen bei einem Markttag mit einem Jungen sieht, wird sie am Markt anbrüllen und "willst du eine Hure werden" sagen.

An einem anderen Tag, findet die Direktorin eine Binde auf der Toilette und ruft alle Mädchen, die schon die Periode haben auf, sich zu melden. Es melden sich 17 Mädchen, die von nun an, nicht mehr ausgehen dürfen. Perihan, will fliehen und wird erwischt. Die Direktorin lässt einen "Jungfräulichkeitstest" machen. Perihan erleidet einen Nervenzusammenbruch.

In der Unterrichtsstunde vom Lehrer Tacim wird darüber gesprochen und Ümran verlässt den Unterricht mit Perihan. Nurdem wird vom Lehrer beauftragt, den beiden Mädchen zu folgen und sie zum Unterricht zurückzubringen. Nurdem kann sie nicht finden und erfährt, dass sie ins Spital gefahren sind. Auch dort kann sie sie nicht finden. Sie sucht die Mädchen in der Stadt, da sie ohne die beiden nicht zurückkehren will. Und so geht sie durch die Stadt und entfernt sich immer mehr von der Schule.

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GASTAUTOR
Die Gedichte von Simsek gingen sehr unter die Haut!

In einem Zazakischen Gedicht hat Hüseyin die Donau Mutter genannt. Ich kann mich nicht erinnern die Donau jemals als Mutter genannt gehört zu haben....[mehr]

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