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Kurze Lebensgeschichte von Hüseyin A. Şimşek

Hüseyin A. Şimşek wurde 1962 in der Türkei in Tercan geboren. Tercan ist eine Kleinstadt und das Verwaltungszentrum des gleichnamigen Landkreises in der Provinz Erzincan. Diese Stadt liegt auf dem Hochland im Ost-Anatolien. Şimşek wurde in dem kleinen Dorf Yavanenci -im damaligen Landkreis Tercan- geboren. Dieses Dorf lag in der Nähe des Tuzlaçayı-Flusses, der westwärts fließend (mir Karasu-Fluss) einen Quellfluss des Euphrat bildet. In seinem Dorf gab es keine Schule, mit sieben ging er zur Schule im Nachbardorf (Pelegöz). Dann ging sein Schulleben ab der vierten Klasse im Internat (in Tercan) weiter, bis Ende der Mittelschule.

Mit seiner Familie zog er 1977 nach Istanbul. Dort hat er das Gymnasium absolviert. In der Zeit seiner Hochschulaufnahmeprüfung hat das Militär am 12. September 1980 die Regierungsmacht übernommen. Şimşek war erst 19 Jahre alt. Ein paar Monate später wurde er wegen seiner politischen Einstellungen und Aktivitäten verhaftet. Fünf Jahre lang hat er im einen Militärgefängnis verbracht. Nach mehreren Haftprüfungen, wurde Şimşek am 15. Oktober 1985 vorläufig aus der Haft entlassen.

Berufsleben in der Türkei: Sein Ziel war es, Journalist und Autor zu werden. Da er die Zeit, in der er studieren wollte, im Gefängnis verbracht hatte, suchte Şimşek deshalb nach Möglichkeiten ohne einen Abschluss ins Pressemilieu zu gelangen. 1987 begann er erstmals als Berichterstatter bei einer Wochenzeitschrift zu arbeiten. Bis Mai 1998 arbeitete er bei zahlreichen Zeitschriften, Zeitungen, Verlagen und bei einigen Radiokanälen. (Die Wochenzeitschriften: 2000’ne Doğru, Nokta, Aktüel, Tempo, Akis, Yön. Die Wochenzeitungen: Roj, Jiyana Nu. Monatszeitschriften: Yeni Demokrasi, Komün. Die Tageszeitungen: Gündem, Cumhuriyet, Aydınlık, Yeni Politika, Demokrasi, Yeni Ufuk. Radiokanäle: Umut FM, Kent FM, Yön FM. Verlagen: Peri Yayıları, Alkım Yayınevi.) In dieser Zeit wurden 6 Bücher von Şimşek veröffentlicht.

Berufsleben in Österreich: Im Juni 1992 unterzeichnete er gemeinsam mit über 160 Schriftstellern und Intellektuellen einen Aufruf den Bürgerkrieg zu beenden. Daraufhin wurde ein Verfahren gegen sie eingeleitet. Nach zehn Jahre und wegen dieses Aufrufs wurde Şimşek im Jahr 1998 zu einem Jahr Gefängnis und einer Geldstrafe verurteilt. Deshalb reiste er am 2. Mai 1998 in Österreich ein. Weil meine ganze Familie seit 1980 Jahr in diesem Land lebte.

Şimşek setzte in Österreich seine publizistische und schriftstellerische Tätigkeit fort. Von 1999 bis 2007 arbeitete er als Chefredakteur bei der zweisprachige Monatszeitung Öneri (Vorschlag), auch in der monatlich erscheinenden türkischsprachigen Zeitschrift Viyana Postası (Wiener Integration Fonds/WIF) und in der europaweit erscheinenden Tageszeitung Yeni Özgür Politika. Von 2007 bis 2013 produzierte er in dem Fernsehsender Yol TV zahlreiche Programme (Panorama Österreich, Unter den Zeugen, Österreichische Wege und Aleviten in Österreich). Seit Februar 2016 beschäftigt er sich als freiwilligen Kolumnist für das Meinungsportal www.hallac.org.

Seine veröffentlichten Bücher

Bis heute hat er in Türkisch-Deutsch insgesamt 11 (vier Romane, drei Gedichtbände, vier wissenschaftliche) Bücher geschrieben.

In Türkisch: Ein viel verzweigter Weg: Metris (Roman, 1987-Istanbul); Die im Gefängnis Geborenen (Forschung, 1990-Istanbul); September Code (Roman, 1991-Istanbul); Die mondlosen Nächte der kolonialisierten Städte (Gedichtband, 1991-Istanbul); Feuer Mensch (Tatsachenbericht, 1995-Istanbul); Das Mädchen wollte ihre Infrarotfarbe (Roman, 1994-Istanbul); Eure Gesichter sind wie Wände (Gedichtband, 2001-Istanbul); Was ist das für ein Istanbul (Roman, Türkisch, 2006-Istanbul); 50 Jahre Migration aus der Türkei nach Österreich (Geschichte, Istanbul-2014) und Aleviten in Österreich (Geschichte, Istanbul-2016).

In Deutsch: Zwei seiner Bücher sind auch auf Deutsch erschienen: Schreibend stirbt man am besten (Gedichtband, Hallac Medien, 2009-Wien) und 50 Jahre Migration aus der Türkei nach Österreich (Geschichte, LIT Verlag, 2017-Münster-Wien). Anfang 2018 wird auch ein in Deutsch übersetzter Roman von Şimşek (Das Mädchen wollte ihre Infrarotfarbe) veröffentlicht werden.

In Anthologien: Neben diesen Büchern wurden zwischen 2004-2017 seine deutschen, türkischen und zazaischen Gedichte in drei verschiedenen Anthologien veröffentlicht: heim.at (EYE Literaturverlag-2004), Neue Österreichische Lyrik- und kein Wort Deutsch (Haymon Verlag-2008) und Wir, bewegende Steine (PEN Austria).

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ANTOLOGIE
GASTAUTOR
Die Gedichte von Simsek gingen sehr unter die Haut!

In einem Zazakischen Gedicht hat Hüseyin die Donau Mutter genannt. Ich kann mich nicht erinnern die Donau jemals als Mutter genannt gehört zu haben....[mehr]

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